Frage:
Hallo,
weiß nicht was ich machen soll, jeder Tag warten zehrt an den Nerven.
Habe mir beim Skifahren das Knie verdreht vor 2Wochen. MRT ergab: Innenbandruptur, HKB Ruptur zum Teil, Erguss im Gelenk, ein alter Meniskusschaden (Ausmaß kenne ich nicht, hab ich nie bemerkt, obwohl das Knie beim Sport, inbs. Klettern/Bergsteigen nicht immer knieschonend belastet wird). Jetzt soll eine Arthroskopie gemacht werden. Besprechung steht in 3T an. Ich habe Angst vor den Risiken. Kann man ein Innenband nähen, so dass das wieder voll hält oder ist vernarben stabiler/besser?
Könnte man den Innenbandriss mit HKB Ruptur konservativ verheilen lassen- wie sind da die Prognosen? Wenn ja, ruhig stellen oder bewegen während der Monate bis das ausheilt? Bisher bin ich zu Hause ohne Instruktionen und weiss nicht, was ich zwischen den Arztterminen mit dem in Ruhe schmerzfreien Bein machen soll. Habe nicht den Eindruck, dass es sehr instabil ist, kann allerdings das Bein nicht komplett beugen, das zieht erst auf der Innenseite und dann mittig im Knie.
Vielen, vielen Dank für Ihre Antwort!!
Antwort verfasst am 22.12.2010:
Sehr geehrte Frau M.
Oberste Priorität hat die Stabilität ihres Knies. Durch ihre Läsionen ist diese nicht mehr gegeben und somit auch die Belastung der nicht betroffenen Bänder uns Sehnen umso größer.
Mit freundlichen Gruessen Prof. Plötz
Zunächst sollten Sie über ihre Befürchtungen im Hinblick auf die Arthoskopie mit dem behandelnden Arzt ausführlich und in Ruhe sprechen. Die Arthroskopie wird auch in unserem Hause durchgeführt, um den Gelenkinnenraum genau zu untersuchen. Es hat sich bisher als sicheres und besonders schonendes Verfahren erwiesen, da die Arthroskopie ja minimalinvasiv durchgeführt wird. Ein weiterer großer Vorteil: es kann sofort operativ behandeln werden. Dies ist auch im Hinblick auf ihre alte Meniskusläsion von Vorteil, da gegebenenfalls frei liegende Meniskusteile direkt entfernt werden können, ohne angrenzende Knorpel zu schädigen.
Das Innenband / HKB Ruptur verheilt in der Regel auch ohne Operation. Das Knie wird ca. sechs Wochen in einer Schiene ruhig gestellt. Die axiale Belastung (Auftreten) kann beschwerdeorientiert an Unterarmgehstützen erfolgen. Wir empfehlen die Einschränkung der Beugung auf 60° für 2 Wochen, dann 90° für 2 Wochen, anschließend freier Bewegungsumfang in der angelegten Schiene für 2 Wochen. Solange das Bein nicht voll belastet werden kann, sollten eine tägliche Thromboseprophylaxe durchgeführt werden. Mit einer begleitenden Physiotherapie ist nach dieser Zeit eine ausreichende Stabilität für des Knie erreicht. Vollständig verheilt ist die Läsion aber erst nach einem Jahr.